Geschichte des Vereins


„Mit Volldampf in die Sackgasse“, SPIEGEL-Artikel vom 13.05.1985

Die Bildungspolitische Initiative e.V. – bipoli wurde 1983 als Selbsthilfeorganisation von arbeitslosen Lehrerinnen und Lehrern gegründet.

Schon die Gründungsmitglieder verstanden ihr Engagement vor allem als Kritik an Sparmaßnahmen im öffentlichen Schulsystem, von denen regelmäßig gerade die Schüler und Schülerinnen am stärksten betroffen sind, deren Angehörige ihren Töchtern und Söhnen keine ausreichende Unterstützung für die Bewältigung von schulischen Anforderungen bieten können.

Gemeinwesenarbeit
Jahresbericht der bipoli 1984

Erste Schwerpunkte in der Arbeit von bipoli lagen dann auch in der Marburger Gemeinwesenarbeit in Vierteln mit überwiegend sozial benachteiligten und eher bildungsfernen Bewohnern. In den Stadtteilen Ockershausen, Tannenberg (heute Stadtwald), Richtsberg und Hansenhaus entstanden Hausaufgabenhilfen und Nachhilfegruppen, die von zahlreichen Familien für ihre Kinder in Anspruch genommen wurden.

Hausaufgabenhilfe und Freizeitbetreuung

Zunehmend fanden diese Lernhilfen auch an den umliegenden Schulen Aufmerksamkeit und so konnten nach und nach qualifizierte Nachhilfekräfte direkt an den Marburger Schulen angesiedelt werden. Weitere Projekte zur Unterstützung bei Hausaufgaben und Freizeitgestaltung entstanden im Landkreis: in Gladenbach-Weidenhausen, in Kirchhain, in Neustadt und in Dautphetal-Friedensdorf. Eine langfristige Sicherstellung der Finanzierung konnte letztendlich aber nicht erreicht werden. Das letzte dieser Projekte wechselte 1998 in die Trägerschaft des Fördervereins der Otfried-Preußler-Schule in Gladenbach-Weidenhausen und wurde dort fortgesetzt.

Deutschkurse als Qrientierungshilfe

Nach einem drastischen Anstieg des Zuzugs von Asylbewerbern in den Großraum Marburg wurde der Verein Anfang der 90er-Jahre vom Landkreis Marburg-Biedenkopf mit der Durchführung von Deutschkursen als Orientierungshilfe für Asylbewerber/innen beauftragt. Zahlreiche Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern erwarben in den Kursen der bipoli Grundkenntnisse im Umgang mit der deutschen Sprache und der westlichen Kultur. Änderungen in der Asylgesetzgebung führten nach drei Jahren auch hier zur Einstellung des Angebots.

Lernhilfen für Kinder aus Zuwandererfamilien

Zum eigentlich Kern der bipoli Förderangebote haben sich von 1994 an bis heute kontinuierlich die Lernhilfen für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund entwickelt. In der Hausaufgabenhilfe arbeitet bipoli dabei in enger Kooperation mit dem Büro für Integration (vormals der Kreisvolkshochschule) des Landkreises Marburg-Biedenkopf.