40 Jahre „Hausaufgabenhilfe und Lernförderung für Zuwandererkinder“

40 Jahre „Hausaufgabenhilfe und Lernförderung für Zuwandererkinder“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf – Jubiläums-Feier der Hausaufgabenhilfe im Rahmen der Interkulturellen Woche / Dr. McGovern: „Wichtige Unterstützung zur Bewältigung des Schulalltags!“

– Pressemitteilung vom 04.10.2011

Diskutierten über die Entwicklung und die aktuelle Bedeutung der Hausaufgabenhilfe (v. li.): Jutta Wagner (Staatliches Schulamt), Bürgermeister Manfred Vollmer, Elfriede Wollmer (Grundschule Stadtallendorf), Dr. Karsten McGovern (Erster Kreisbeigeordneter), Aysel Şöhret (Hausaufgabenhilfe) und Peter Thoene (Verein bipoli e.V.) (Foto: Landkreis)

Marburg-Biedenkopf – Im Herbst 1971 wurde in Stadtallendorf eine erfolgreiche Fördermaßnahme des Landkreises für die Kinder der damaligen Gastarbeiter ins Leben gerufen, die auch nach 40 Jahren nichts von ihrer Notwendigkeit eingebüßt hat: die Hausaufgabenhilfe und Lernförderung für Zuwandererkinder. Zur Würdigung des 40-jährigen Bestehens haben der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern und das Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf beteiligte Akteure von damals und jetzt zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in das Gemeinschaftszentrum nach Stadtallendorf eingeladen.

Die Veranstaltung passte damit zum Motto „Ich will´s wissen! Alle Kinder brauchen Bildung“ der bundesweit und in Stadtallendorf derzeit stattfindenden Interkulturellen Wochen. Damit sollte das Menschenrecht auf Bildung und mehr Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden.

Dass Bildung für die Zukunft von Kindern elementar ist, hatte auch eine Lehrerin aus Stadtallendorf erkannt, die im Herbst 1971 die Gründung der Hausaufgabenhilfe anregte, um Kindern ausländischer Arbeitskräfte, überwiegend türkischer Herkunft, bei der Bewältigung ihres Schulalltags zu unterstützen. Aus dieser spontanen Hilfe hat sich seitdem eine umfangreiche Fördermaßnahme des Landkreises entwickelt, die zunächst bei der Volkshochschule und seit 2002 beim Büro für Integration angesiedelt ist.

Heute erreicht das Angebot mit dem Kooperationspartner „Bildungspolitische Initiative“ (bipoli) wöchentlich über 270 Kinder und wird zu großen Teilen durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie das Land Hessen und die Stadt Stadtallendorf finanziell gefördert.

Zum Einstieg hielt Simone Pleyer (Universität Osnabrück, Studiengang „Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen“) einen Kurzvortrag zur Entwicklung dieser pädagogischen Einrichtung. Simone Pleyer hatte im Rahmen ihrer Masterarbeit die Gründung und den Verlauf der „Hausaufgabenhilfe und Lernförderung für Zuwandererkinder“ untersucht.

Die anschließende von Dr. McGovern geleitete Gesprächsrunde fand unter Beteiligung der Grundschule 2 Stadtallendorf (Elfriede Wollmer), des Staatlichen Schulamtes (Jutta Wagner), der Stadt Stadtallendorf (Bürgermeister Manfred Vollmer) und Vertreter der Hausaufgabenhilfe (Aysel Şöhret, an der Gründung der Hausaufgabenhilfe als Gruppenleitung beteiligt und Herr Peter Thoene, Pädagogischer Koordinator beim Verein bipoli), statt. Dabei wurden sowohl die Entwicklung der Hausaufgabenhilfe als auch ihre aktuelle Bedeutung und Notwendigkeit diskutiert.

„Nach wie vor stellt die Hausaufgabenhilfe für viele Kinder mit Migrationshintergrund in der Bewältigung ihres Schulalltags eine wichtige Unterstützung dar. Die Notwendigkeit leitet sich aber eher aus sozialen Benachteiligungen und Problemen der Familien mit Migrationshintergrund ab als aus deren Herkunft“, fasste Dr. McGovern Diskussionspunkte zusammen. Deshalb sei eine solche Maßnahme auch für Kinder ohne Migrationshintergrund zunehmend sinnvoll.

Ferner wurde angeregt das Angebot der Maßnahme weiter auszudehnen. So könnte es für alle Kinder unabhängig der Herkunft geöffnet werden und mit Angeboten der Ganztagsschule zusammengeführt werden. Zudem sei insbesondere auch die frühe Förderung von Kindern und die verstärkte Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig, mit dem Projekt der „Aufsuchenden Elternschule“ des Büros für Integration sei bereits eine wichtige Maßnahmen in diesem Bereich auf den Weg gebracht worden.

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